Gesetze für das Klima: Trägt der Staat die Verantwortung für den Klimaschutz?

Ein Kommentar von Daniel Priebs (10. Jg.) / Bild von Max Bodtke (10. Jg.)

„How dare you?! You have stolen my childhood and my dreams!“ Als ich letztens bei Instagram meinen Feed durchstreifte, fiel mir eine hitzige Diskussion in den Kommentaren unter einem Clip von Greta Thunberg auf, in dem sie die Schuld am fehlenden Klimaschutz den Regierungen der Industrienationen gibt. Eine Seite der Diskutierenden war der Meinung, dass der Staat nicht die Verantwortung für den Klimaschutz trage, sondern das Individuum. Die andere Seite war der Ansicht, dass das vorangegangene vollkommen falsch sei und Greta Thunberg mit ihrer Einschätzung Recht habe. Für beide Positionen wurden gute Argumente ins Feld geführt. Die Frage „Pro“ oder „Kontra“ der staatlichen Verantwortung ist eine zentrale Fragestellung in der Diskussion, wie dem Klimawandel am wirksamsten begegnet werden kann. Die folgende Erörterung soll zur Klärung dieser wichtigen Frage einen Beitrag leisten.

Es gibt eine Reihe sehr ernst zu nehmender Argumente, die dagegensprechen, dass der Staat die Verantwortung für den Klimaschutz trägt oder tragen sollte.

Es ist wichtig zu erkennen, dass der Staat nur einer von vielen einflussreichen Akteuren in einem Land ist, der allein zu wenig Macht hat, um den Klimawandel zu stoppen. Nur, wenn andere große Institutionen, wie z.B. die Wirtschaft, Gewerkschaften, Energieversorger, Verkehrsbetriebe, Banken, Universitäten, Kirchen, usw. ihr finanzielles, technologisches, geistiges und moralisches Potential in die Klimarettung einbringen, kann dieses Mammut-Projekt bewerkstelligt werden. Der Staat allein und seine Gesetze bewirken viel zu wenig. Was nützt es zum Beispiel, wenn der Staat ein Gesetz erlässt, das die Autoindustrie verpflichtet, ab einem bestimmten Zeitpunkt einen bestimmten Anteil an Elektroautos zu produzieren, wenn aber die Industrie weder technologisch noch finanziell in der Lage ist, dies zu realisieren? Das Ergebnis wäre dann vielleicht, dass das Unternehmen Strafen zahlen müsste oder Arbeitsplätze verloren gingen oder das Unternehmen ins Ausland abwandert. Dem Klimaschutz wäre damit nicht gedient. Zudem sind es ja immer wieder gerade solche Staaten, die am Klimawandel den größten Anteil haben, wie z.B. China, die USA oder Brasilien, die beim Klimaschutz kläglich versagen, indem sie nichts tun, sich internationalen Vereinbarungen zum Klimaschutz verweigern oder sogar das Problem komplett leugnen. Dabei braucht man gar nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen: Auch Deutschland erreicht seine Klimaziele nicht und tut bislang viel zu wenig. Dadurch ist viel wertvolle Zeit verloren gegangen. Viele Staaten haben bewiesen und beweisen weiterhin, dass sie ihre Verantwortung für den Klimaschutz nicht tragen können oder wollen. Was am staatlichen Handeln jedoch völlig kontraproduktiv ist, ist, dass er seiner Natur nach immer nur „von oben herab“ handeln kann, also durch Gesetze, Regeln, Zwang oder Begünstigungen, die häufig regionale oder individuelle Besonderheiten nicht berücksichtigen. Wenn man es ehrlich betrachtet, wird Klimaschutz vielfältige Einschränkungen und finanzielle Belastungen nicht für einige Monate bedeuten, sondern vielleicht für Generationen. Das staatliche Handeln könnte dabei auf Dauer in der Bevölkerung als Gängelung empfunden werden und eine klimafreundliche Politik auf immer geringere Akzeptanz stoßen, so dass zuletzt die Bürger sich vielleicht wieder für eine bequemere Politik entscheiden würden. Der Staat stößt hier mit seinem Handeln also sehr schnell an seine Grenzen, wenn die Menschen nicht selbst richtig und klimafreundlich handeln. Nur, wenn jeder Einzelne von den Zielen des Klimaschutzes überzeugt ist und bereit ist, die Belastungen mit zu tragen, kann Klimaschutz wirksam werden. Der Staat kann höchstens einen Rahmen geben, ihn aber nicht mit Leben füllen. Dafür trägt jeder Einzelne die Verantwortung.

Auf der anderen Seite lassen sich gewichtige Argumente in die Diskussion einbringen, die die staatliche Verantwortung für den Klimaschutz stützen. So hat der Staat eine grundsätzliche Verantwortung und Funktion, Leib und Leben – und damit auch die Lebensgrundlagen – seiner Bürger zu schützen. Im Falle einer großen, umfassenden Bedrohung, die das ganze Land betrifft, wie etwa einer Pandemie, mit der wir ja gerade Erfahrungen sammeln, oder dem Klimawandel, wird aus dieser abstrakten Verantwortung eine konkrete Verpflichtung zum Handeln. In einem demokratischen Staat übertragen die Bürger dem Staat und der Regierung aus freiem Willen diese Verantwortung und Verpflichtung und erwarten dann, dass der Staat in einer Krise diese Verantwortung auch wahrnimmt. Andernfalls würde der Staat seine Berechtigung verlieren. Man sollte aber nicht nur auf den eigenen Staat schauen, denn auch der Klimawandel beschränkt sich nicht nur auf ein Land, ist nicht nur ein nationales, sondern ein globales Problem. Daher muss international an einem Strang gezogen werden. Die wichtigsten Akteure auf internationaler Ebene sind aber eben die Staaten. Nur durch internationale Vereinbarungen der Staaten kann der Klimawandel gestoppt werden. Dazu braucht man funktionierende Staaten, die bereit sind, ihre Verantwortung zum Klimaschutz zu tragen. Wenn viele und auch wichtige Staatendiese Verantwortung nicht tragen, gibt es keine wirksamen globalen Vereinbarungen zum Klimaschutz. Dazu gehört, dass auf internationaler Ebene häufig ein Staat auf den anderen schaut. So kann z.B. ein Staat von anderen Staaten Kritik auf sich ziehen oder aber als Vorbild dienen. Letzteres kann dann funktionieren, wenn ein Staatsich klimafreundlich verhält und dies dann noch dazu führt, dass durch intelligentes Fördern (oder Besteuern) durch den Staat klimafreundliche technologische Innovationen vorangetrieben und umgekehrt klimaschädliche Verhaltensweisen eingedämmt, also sozusagen „bestraft“ werden, ohne dass die wirtschaftliche, finanzielle und soziale Stabilität in Gefahr gerät, womit dem Klimaschutz überhaupt nicht geholfen wäre. Gerade wohlhabende Staaten mit einem hohen technologischen Standard wie z.B. Deutschland haben hier die Chance und Verantwortung für andere Staaten zu einem guten Beispiel zu werden. Andere Staaten werden auf solche Vorbild-Staaten mit großem Interesse schauen. Auch dies ist eine internationale Verantwortung der Staaten für den Klimaschutz.

Was aber am schwersten in der Waagschale der Pro-Argumente wiegt, ist Folgendes: Die Bedrohung durch den Klimawandel ist zu groß und zu existentiell für die Menschheit, die erforderlichen Gegenmaßnahmen sind zu umfassend und zu komplex, um sie dem Handeln einzelner Institutionen und einzelner Menschen zu überlassen. Nur der Staat hat die Legitimation und Macht, koordinierte, umfassende und ggf. auch unpopuläre Maßnahmen zu beschließen und dann auch durchzusetzen, ohne dabei andere wichtige Aspekte aus den Augen zu verlieren, wie z.B. Gerechtigkeit, wirtschaftliche, finanzielle und soziale Stabilität. Keine anderen Institutionen können durchsetzen, was der Staat durchsetzen kann und darf, denn er hat die Mittel dazu (Gesetze, Steuern, Förderungen, Strafen, Polizei usw.). Z.B. kann keine Kirche wirklich verhindern, dass wir weiterhin viele Fernreisen mit dem Flugzeug machen; keine Schule kann verhindern, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto in die nahe Schule bringen. Sie können lediglich darauf hinwirken oder dazu beitragen, aber letztlich durchsetzen können sie es nicht. Der Staat aber kann das und in einer Demokratie hat er mit einer frei gewählten Regierung auch die Berechtigung dazu. Also: Der Klimawandel ist ein mächtiger Feind des Menschen und aller Lebewesen auf der Erde, leider ein durch den Menschen selbstgeschaffener Feind. Dagegen muss die mächtigste Waffe ins Feld geführt werden, die wir haben. Und das ist der Staat mit seiner gewählten Vertretung der Bürger.

In meiner Einleitung zu dieser Erörterung berichtete ich, dass das Thema mein Interesse weckte, als ich bei Instagram in den Kommentaren unter einem Clip von Greta Thunberg auf eine sehr hitzige Pro- und Contra-Diskussion gestoßen war. Der Meinungsaustausch lief dabei zum Teil sehr unsachlich ab, was für die Beantwortung der sehr wichtigen Frage, ob nämlich der Staat Verantwortung für den Klimaschutz trägt, nicht hilfreich war. Die Möglichkeit, anhand dieser Erörterung das Thema ruhiger und hoffentlich auch sachlicher zu bewerten, war aus meiner Sicht der Sache „Klimaschutz“ viel dienlicher. So kann man erkennen, dass sich eine Reihe guter Pro, aber auch Kontra-Argumente finden lässt, was allerdings die Entscheidung für eine Position nicht gerade leicht macht. Nach Abwägung aller Argumente entscheide ich mich sehr klar für die Verantwortung des Staates für den Klimaschutz. Warum? Weil es nicht ernsthaft und vernünftig zu leugnen ist, dass der Klimawandel mehr als ein großes Problem ist: Er bedroht die Existenz des Lebens auf der Erde. Gegen diese Bedrohung dürfen wir nicht nur „kleckern“, wir müssen „klotzen“. Und das, bevor es zu spät ist. Der Staat, als die mächtigste Institution, die mir bekannt ist, muss hier aktiv werden. Nur er hat die Macht und Mittel, die Berechtigung und Akzeptanz, dem Megaproblem Klimawandel wirksam entgegenzutreten und in allen möglichen Bereichen (Umwelt, Wirtschaft, Soziales, Finanzen usw.), also allumfassend und auch international, Maßnahmen zu ergreifen. Damit beantworte ich für mich die Frage nach der Verantwortung des Staates für den Klimaschutz mit „ja“. Diese Antwort bedeutet aber nicht, dass anderen Akteuren die Verantwortung abgesprochen wird. Die Kontra-Argumente haben doch gezeigt, dass der Staat allein es nicht schaffen kann. Wieviel Wissen und Engagement und auch Geld gibt es in anderen Bereichen unserer Gesellschaft, die den Staat an ihrem jeweiligen Platz perfekt ergänzen können: Es wäre dumm, diese Akteure von der Verantwortung für den Klimaschutz auszuschließen. Das Dümmste aber wäre es, wenn nicht jeder einzelne seine Verantwortung erkennen und leben würde, denn am Ende sind es die Individuen, die alle staatlichen Maßnahmen werden mittragen, und wahrscheinlich häufig auch ertragen müssen. Als Bilanz meiner Erörterung würde ich also ein „ja, aber…“ formulieren: Ja zur Verantwortung des Staates, aber bitte für andere auch.

In meinem letzten und wichtigsten Pro-Argument hatte ich den Staat als mächtigste Waffe gegen den mächtigen Feind Klimawandel bezeichnet. Das klingt vielleicht etwas zu kriegerisch und nicht wirklich nach Spaß. Aber der Klimawandel versteht auch keinen Spaß!

Inktober – Was der Monat Oktober mit Zeichnen und der eigenen Kreativität zu tun hat

von Jay Wildt

Mit mehreren tausend Teilnehmern ist „Inktober“ (eine Wortschöpfung aus „Ink“ und „October“) eine inzwischen sehr bekannte Kunst-Challenge, welche immer mehr Auf­merksamkeit gewinnt. Aber was genau ist das Ganze? Ein Wettbewerb, um festzustellen, wer der beste Zeichner ist?

Es handelt sich bei Inktober um eine Challenge, die 2009 erstmals von Jake Parker, einem frei arbeitenden Künstler aus Amerika, ins Leben gerufen wurde. Dabei geht es darum, 31 Tage lang im Oktober jeden Tag eine Zeichnung mit einer Form von Tinte anzufertigen.

Jedes Jahr wird am 1. September eine offizielle Liste mit Begriffen für jeden Tag veröffentlicht, zu denen die Künstler dann ihre Bilder kreieren. Darunter sind z.B. Begriffe wie „Dragon“ oder „Dark“ und viele andere, die die Kreativität anregen sollen. Die Werke werden auf Social Media Plattformen gepostet, meistens z.B. auf Twitter oder Instagram.

Unter dem Hashtag „Inktober 2019“ kann man dieses Jahr auf Instagram über 5 Millionen Beiträge von Künstlern aus aller Welt finden. Das sind bereits doppelt so viele, wie es noch vor zwei Jahren waren.

Personen aus verschiedensten Altersgruppen nehmen jährlich an der Inktober Challenge teil. So auch die 15-jährige Franca, Schülerin aus Kiel.

„Ich fand es interessant, dass bei Inktober so viele Künstler auf der Welt mitmachen und denke auch auf der Liste stehen immer Wörter, in die man viele ver­schiedene Dinge rein interpretieren kann und zu denen jeder seine eigenen Ideen hat.“

Das erste Mal teilgenommen habe sie vor zwei Jahren, wobei sie sagte, dass ihr dieses Jahr bisher am meisten Spaß gemacht hat. Auf die Frage, ob sie Inktober weiterempfehlen würde, antwortete sie Folgendes:

„Ich würde es weiterempfehlen, allerdings kann es etwas stressig sein, wenn man nebenbei viel zu tun hat und keinen Tag verpassen will. Es ist aber interessant, seine eigenen Ideen und die von anderen Künstlern zu sehen, und es macht Spaß, sich jeden Tag etwas Neues auszudenken.“

Auf die Frage, was ihr persönlich am besten gefalle, erwiderte Franca:

„Am besten fand ich, dass ich mehr mit Materialien gearbeitet habe, die ich sonst nicht benutze und ich hatte das Gefühl, dass ich meine Zeichenfertigkeiten ver­bessert habe, weil ich jeden Tag ein fertiges Bild gezeichnet habe.“

Leute, die sich für Kunst interessieren und sich ausprobieren wollen, können an Inktober teilnehmen. Dabei ist es egal, ob man noch Anfänger oder schon etwas erfahrener ist.

Wer teilnimmt, sammelt automatisch Erfahrungen.

Außerdem gibt es in der Challenge wenige Grenzen. So steht einem zum Beispiel frei, welche Materialien man benutzt, die einzige Vorgabe ist, dass man Tinte in seinem Bild verwenden sollte.

Allerdings steht auf der offiziellen Internetseite auch, dass man seine Zeichnungen auch digital anfertigen kann, je nachdem in welchem Bereich man besser werden möchte.

Mit den Begriffen darf man ebenfalls kreativ um­gehen, denn die Liste dient nur als Anregung der Kreativität. Es ist auch erlaubt, keine Begriffe zu benutzen, oder sich eine andere Liste aus dem Internet zu suchen. Diese werden nämlich auch teilweise von Inktober-Fans erstellt.

Wer nicht täglich zeichnen möchte, kann auch nur jeden zweiten Tag teilnehmen oder einmal pro Woche. Die Hauptsache ist, dass man in einem Rhythmus bleibt, so steht es auf der Inktober-Website.

Ursprünglich hatte Jake Parker die Challenge für sich selbst ins Leben gerufen, um seine Fähigkeiten zu ver­bessern und sich dazu zu bringen, täglich zu zeichnen. Genau dafür ist Inktober immer noch da:

Das Ganze ist also kein Wettbewerb, sondern viel mehr eine Challenge für jeden selbst, eine Challenge, die Spaß bereiten soll.

„Ich finde, Anne war eine sehr willensstarke Person, und ich bin beeindruckt von ihr.“

Vom 25. August 2019 bis 26. September 2019 war in der St. Nikolai Kirche in Kiel die Wanderausstellung „Deine Anne – ein Mädchen schreibt Geschichte“ zu Gast. Das Besondere: Nicht Erwachsene führten durch diese Austellung, sondern Schülerinnen und Schüler, die vorab in einem Workshop vorbereitet wurden.
Wir haben mit unserer Klasse diese Ausstellung besucht und uns entschieden, die beiden Zehntklässlerinnen Josie und Angelina, die uns durch die Ausstellung geführt haben, zu interviewen.

Wie seid ihr darauf gekommen Gruppen durch die Ausstellung zu führen?

Josie: „Frau Manthei hat uns einen Zettel mit Informationen zu diesem Projekt gegeben. Dort stand, dass man das freiwillig machen konnte, und generell, dass es um das Thema ‚Anne Frank‘ geht.“
Angelina: „Ich fand das Thema sowieso schon interessant und da Josie schon gesagt hat, dass sie es machen wollte, dachte ich, dass es zu zweit Spaß bringen würde.“

Ihr seid in einem zweitägigen Workshop vorbereitet worden. War das ein Workshop, an dem auch Schülerinnen und Schüler von anderen Schulen beteiligt waren?

Angelina: „Ja, da waren noch sehr viele verschiedene Schulen dabei und wir haben sozusagen zwei Gruppen gebildet, in denen jeweils ein Begleiter dabei war. Die brachten uns das Thema näher und auch wie man die Leute durch die Ausstellung führt.
Wir haben viel zusammengearbeitet und uns gegenseitig die Ausstellung präsentiert.“

Habt ihr selbst an der Ausstellung mitgebastelt?

Josie: „Nein, es war eine fertige Wanderausstellung, die schon in verschiedenen Städten anzuschauen war.“
Angelina: „Man muss auch dazu sagen, dass die Ausstellung schon ca. acht Jahre alt ist. Aber sie ist trotzdem noch sehr aktuell.“

Seid ihr vor den Führungen aufgeregt gewesen?

Josie: „Ja, am Anfang war ich sehr aufgeregt, vor allem  vor der ersten Führung, weil man das alles ja noch nicht so kannte. Aber mit der Zeit wurde es immer besser.“
Angelina: „Bei mir war es fast genauso, am Anfang habe ich sogar gestottert, aber dann wurde es besser, weil man wusste, dass man vor Jugendlichen spricht.“

Was ist das Lustigste/Peinlichste was euch passiert ist?

*Gelächter
Josie: „Wir hatten uns für eine Führung eingetragen und haben Jugendliche erwartet. Wir haben alles vorbereitet und dabei über das Alter der Gruppe spekuliert. Doch dann kamen ältere Frauen rein und wir haben uns gefragt, ob das jetzt unsere Gruppe ist. Es stellte sich heraus, dass es wirklich unsere Gruppe war. Aber es war trotzdem schön, weil sie ihre eigenen Erfahrungen mit einbringen konnten.“

Wie viele Führungen habt ihr denn ungefähr gemacht?

Beide: „Wir haben so fünf oder sechs gemacht.“

Wie findet ihr Annes Geschichte?

Josie: „Ich persönlich finde die Geschichte tragisch, weil so ein junges Mädchen so etwas Schlimmes erleben musste. Das wünscht man keinem.“
Angelina: „Ich finde, Anne war eine sehr willensstarke Person, und ich bin beeindruckt von ihr. Dass sie, trotz ihrer schlimmen Lage, ein Tagebuch für die Nachwelt geführt hat, finde ich sehr faszinierend. Es macht mir Mut zu sehen, wie sich Menschen in solchen Momenten aufrappeln.“

Habt ihr solche Führungen schon mal gemacht?

Beide: „Nein, noch nicht so etwas in der Art.“

Würdet ihr sowas nochmal machen?

Josie: „Ja, ich auf jeden Fall.“
Angelina: „Ich auch. Nächstes Jahr im Sommer können wir ein eigenes Projekt zu Anne Frank designen und es ausstellen. Es hat nicht so viel mit präsentieren zu tun. Aber wir entwerfen es selbst.“
Josie: „Dafür hab ich mich auch angemeldet.“

Das war ein Interview von Helen und Meike aus der 8b.

A BIKE CITY IS A HAPPY CITY?!

Wenn es stimmt – und vieles spricht dafür – dass Menschen, die sich mehr bewegen, glücklicher sind als Menschen, die sich weniger bewegen, dann dürfte Kiel mit dem Ausbau seiner Velorouten deutlich zum Wohlbefinden seiner Bürger beitragen.

Gerade vor ein paar Wochen erst wurde der letzte Abschnitt der Veloroute 10 eröffnet. Sie gilt als Vorzeigeobjekt einer fahrradfreundlichen Stadt. Auf fast 5 km Länge kann man in 20 Minuten mit nur 2 Straßenüberquerungen von der Christian Albrechts Universität bis zum Citti Park radeln. Die Veloroute 10 ist damit die längste autofreie und durchgängig beleuchtete Fahrradstraße in Kiel.

Die ersten Pläne für einen Radschnellweg durch die Landeshauptstadt gab es schon im Jahr 2004, als man in der Ratsversammlung über die Stilllegung der ehemaligen Gütergleistrasse abstimmte. Doch erst 2013 wurde mit den Bauarbeiten am ersten Abschnitt der Veloroute begonnen. Am 27. September diesen Jahres konnte dann endlich der letzte Abschnitt von unserem Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und weiteren 100 Radfahrern eingeweiht werden.

Erfreulicherweise konnte sich seit Baubeginn auch eine kleine Infrastruktur in Form von Cafés oder kleinen Läden entlang der Veloroute entwickeln, was diese weiterhin aufwertet.

Fragt man die Nutzer der Veloroute nach ihrer Meinung so ist die Antwort eindeutig: Großartig !!

,, Das Beste an der Veloroute ist meiner Meinung nach, dass man immer neue Orte von Kiel mit dem Fahrrad entdeckt. Orte, die ohne diese Fahrradstraße kaum zu erreichen wären” sagt Alexanders Sonders, begeisterter Fahrradfahrer und Inhaber des Fahrradladens Velostyle.

,,Das Beste an der Veloroute ist, dass man immer neue Orte von Kiel entdecken kann. Orte, die ohne die Veloroute kaum zu erreichen wären.”

Alexander Sonders Inhaber des Fahrradladens: Velostyle

Die Zahl der Radfahrer in Kiel steigt seit Fertigstellung der Veloroute und viele Radler sind bereits auf die Fahrradstraße angewiesen und möchten nicht mehr in den für Fahrradfahrer chaotischen Straßenverkehr zurück.

Glücklicherweise plant die Stadt Kiel den Ausbau weiterer Velorouten, wie beispielsweise auf dem Ostufer. Velorouten sind nicht selten in Deutschland. Der Radschnellweg 1 (Rs1) auf 100 km durch das komplette Ruhrgebiet ist zum Beispiel die längste Radroute in ganz Europa.

Zu einer “glücklichen” Fahrradstadt zählen aber nicht nur geeignete Wege, sondern auch gute Fahrräder. Noch vor kurzer Zeit gab es für Menschen ohne Fahrrad in Kiel kaum eine andere Möglichkeit als zu Fuß oder mit dem Bus bzw. Auto zu fahren. Seit kurzer Zeit können sie sich Fahrräder mit Hilfe eines Bike- Sharing- Systems ausleihen.

SprottenFlotte nennen sich die grünen Fahrräder, die nun an fast jeder Ecke stehen und nur darauf warten, einen Fahrer zu finden. Es soll für Pendler, Touristen und Bürger ohne Rad eine günstige und klimafreundliche Alternative zum Auto sein. In Kiel ist dieses System neu, man kennt es aber aus anderen Fahrrad- Städten wie zum Beispiel Aarhus, Kopenhagen oder Amsterdam.

Trägt eine fahrradfreundliche Stadt nun dazu bei die Menschen glücklicher zu machen?

Mehr Bewegung ist sicher ein Grund, dass es den Menschen besser geht, ein weiterer ist auch, dass man es mit einem guten Gewissen tut. Denn wenn man sich auf dem Rad klimaneutral fortbewegt, sorgt dies doch sicherlich  für ein besseres Gefühl, als wenn man sich ins Auto setzt. Gerade jetzt, wo das Thema Klimawandel eines der wichtigsten und aktuellsten ist.

Also warum nicht mit einem guten Gewissen durch Kiel radeln, ein bisschen ins Schwitzen kommen, dem entgegenkommenden Radfahrer ein Lächeln schenken und die eigene Stadt neu entdecken?!

von Ida Baur ( 9. Klasse)

Generation Z: Gefangen im Social-Media-Wahn?

Generation Z – so wird die Generation, die nach 1995 geboren wurde, genannt. Die Generation, die eine Jugend ohne Smartphones und Social Media nicht mehr kennt. YouTube, Instagram, Snapchat und Facebook, das sind die beliebtesten Social Media Plattformen und jeder kennt sie. Jeder versucht den letzten Post zu übertreffen, um noch mehr Likes zu ergattern. Alle wollen noch mehr Follower und noch mehr Clicks. Ganz oben auf der Beliebtheitsliste stehen Bilder unter Palmen, Selfies aus Metropolen wie New York, London, Paris. Luxuriöse Markenartikel werden dabei geschickt im Bild platziert, von den jeweils beliebtesten Influencern kopiert. Problematisch dabei ist, dass die Teenager zuhause vor ihren Bildschirmen sitzen und die zahlreichen Posts und Storys aus dem Flieger über den Atlantik sehen. Die Jugendlichen fühlen sich ausgeschlossen von derartigen Abenteuern, Spaß und Luxus und werden irgendwann das Gefühl einer Mischung aus Neid und Minderwertigkeit nicht mehr los. Sie verlieren den Blick für die Realität und erkennen nicht, wie viele tausend andere ebenso frustriert in ihren Zimmern hocken und dieselben Storys verfolgen.

Die Generation Z verbringt nicht mehr stundenlang damit, Mixed Tapes aus dem Radio aufzunehmen, so wie sie es aus Erzählungen ihrer Eltern kennt. Das Smartphone steht ständig im Mittelpunkt jeglicher Aktivitäten, ob allein oder mit Freunden. Untersuchungen zur Folge treffen sich junge Leute weniger mit Freunden, fangen später an zu arbeiten, machen seltener den Führerschein, wohnen länger bei ihren Eltern, schlafen schlechter und weniger. Sie nehmen vermehrt Antidepressiva und begehen öfter Selbstmord.

Für all diese Dinge haben die Psychologen nun eine Erklärung: Social Media und Smartphones. Ständig sind die Bildschirme und Apps präsent und wollen bedient werden. Es fällt dieser Generation schwer, sich dem zu entziehen und so bleibt man stundenlang auf den verschiedenen Plattformen. Dies wiederum führt dazu, dass die Teenager ein völlig anderes Zeitgefühl entwickeln. Instagram, Snapchat & Co. lassen einen die Zeit vergessen. Stunden vergehen wie Minuten im Social Media Netz. Social Media ist ein Zeitdieb.

Natürlich hat man selbst in der Hand, wie viel Zeit man sich stehlen lässt. Doch als Jugendlicher ist das leichter gesagt als getan. Vielleicht können die „nervigen“ Abendbrotgespräche mit den Eltern zu diesem Thema doch hilfreich sein? Was die meisten Eltern nicht verstehen wollen ist, dass die Jugendlichen von heute einfach gerne etwas preisgeben wollen und das Gefühl haben, dass sie das auch müssen. Überall im Netz begegnet man unzähligen Markenoutfits, tollen Figuren, extrem aufgeräumten und stylishen Zimmern, hübschen Models, schönsten Urlaubsorten, die laut Influencern jeder mal bereisen sollte. Dass deren Reisen Teil eines Marketings sind und größtenteils gesponsert werden, sieht man nicht. Die echten Menschen hinter den Bildern sieht man auch nicht. Das weiß die Followerschaft zwar, dennoch sind die Teenies fasziniert von eben diesen unbekannten Gesichtern dahinter.

Die Infuencer der heutigen Zeit machen sich dies extrem zunutze. Sie posten alles, was gerade bei ihnen „läuft“, es wird aber nie etwas in der Story gezeigt, was gerade nicht „läuft“. Genau das gibt ihren Followern dieses Gefühl von Unzufriedenheit und Einsamkeit, das permanente Betrachten von Bildern, die man selber nicht (und vielleicht auch nie) übertreffen kann. So können Depressionen entstehen. Eine Studie der Universität in Pittsburgh aus dem Jahr 2017 bestätigt dies mit der These: Wer mehr Zeit auf Social Media als mit sozialen Face-to-Face-Kontakten verbringt, fühlt sich einsam.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es mir auch so geht, jedenfalls immer dann, wenn mich Social Media wieder einmal gefangen hat und das Handy mich nicht los lässt. Viele meiner Freunde bestätigen dies und kämpfen mit den gleichen Problemen. Mal mehr, mal weniger.

Wir haben es selbst in der Hand. Diese Erkenntnis ist nicht neu für uns und ständiger Begleiter unseres Alltags. Die Bildschirmzeit ist DAS Streitthema in den meisten Familien. Es wäre schön, wenn es einen Ausweg aus dem Social-Media-Wahn geben könnte. Ich gehe jetzt zu meinen Freunden – und lasse mein Handy zuhause.

Martha Sonders (9. Klasse)

Konsum- Kommentar

Egal ob Markenkleidung, Lebensmittel oder etwas anderes: Es wird einfach viel zu viel von uns konsumiert. Dabei sitzen in vielen anderen Ländern Menschen, die hart für all diese Sachen arbeiten und dennoch zu wenig Geld verdienen, um ihren Lebensunterhalt bezahlen zu können. „Konsum- Kommentar“ weiterlesen